Bot. Expedition in Sabah Nord-Borneo, Teil 3
   
Gruppentreffen 13. Februar 2010
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Gruppentreffen 9. Mai 2009
Herr Thilo NORDHAUSEN ( Röttenbach ) - Diavortrag
- Botanische Expedition in Sabah (Nord-Borneo) Teil 1: Von 0 bis 1200 m Höhe.
(-Teil 1, Herr Thilo NORDHAUSEN: von 0 bis 1200 m Höhe)
(-Teil 2, Herr Wolfgang RYSY: in 1600 - 3600 m Höhe am Mount Kinabalu)
(-
Teil 3, Herr Thilo NORDHAUSEN: Im Tiefland von Poring bis Suckau)  
 
Long Pa Sia auf Borneo
Long Pa Sia

 
Grammatophyllum kinabaluense
Grammatophyllum
kinabaluense

 
Luisia curtisii
Luisia curtisii

 
Flickingeria bancana
Flickingeria bancana

Als Reisezeit hatten wir uns die von November bis April herrschende Nordwestmonsun-Zeit mit teils heftigen Schauern ausgesucht, weil in dieser Zeit auch viele Orchideen blühen. So kamen mein Freund Wolfgang Rysy, sein Sohn Stefan und ich am 17.02.2008 in Kota Kinabalu, der Hauptstadt Sabahs, gerade rechtzeitig an, um noch das chinesische Neujahrsfest am Ende des Ramadan miterleben zu können. So eingestimmt starteten wir mit zwei gemieteten Jeeps und 3-köpfiger Besatzung am nächsten Morgen von Kota Kinabalu aus auf der nördlichen Straße durch die Crocker Range-Berge, vorbei am links gelegenen Mt. Alab (1963 m) zum Kipandi-Butterfly-Park. Dort werden am Hang in 2 Gewächshäusern mit behördlicher Genehmigung einheimische Orchideen für wissen-schaftliche Zwecke und aus Gründen der Arterhaltung kultiviert. Von den uns aus der Literatur bekannten Arten sahen wir hier in Blüte allein schon 38 Orchideen-Arten, darunter die riesige Grammatophyllum kinabaluensis.
In der Nähe des 1649 m hoch gelegenen Sinsuron-Passes erreichten wir danach das Rafflesia-Informations-Center. Dort fanden wir aber lediglich eine blühende Orchidee von einem Urwaldriesen heruntergefallen Orchidee. Wir hatten hier jedoch kein Glück, sahen aber im extremen Steilhang eine gerade verblühte Rafflesia pricei sowie einige Knospen mit bis zu 20 cm Durchmesser, die in absehbarer Zeit für etwa 3 Tage blühen werden.
Trichoglottis bipenicillata
Trichoglottis bipenicillata

Dendrobium pachyanthum
Dendrobium pachyanthum 

Bromheadia finlaysoniana
Bromheadia finlaysoniana

 
Bulbophyllum virescens
Bulbophyllum virescens

 
Bulbophyllum auratum
Bulbophyllum auratum
Auf dem weiteren Weg von Tambunan in Richtung Tenom bogen wir im Ort Keningau ab in südöstlicher Richtung nach Kampung Nabawan. Im dortigen Wald fanden wir an bekannten Standorten lediglich 2 blühende Orchideen. Berge von abgesägten Ästen gefällter Bäume verleideten uns ein weiteres Eindringen in den Wald und wir fuhren deshalb weiter nach Tenom. Dort besuchten wir die 15 km entfernte Argricutural Research Station mit ihrer rd. 500 Arten der in Borneo vorkommenden 2500 Arten großen Sammlung botanischer Orchideen. Daneben gibt es dort noch eine weiteres eingezäuntes Areal mit einer großen Orchideen-Hybriden-Sammlung. Auch hier in der botanischen Orchideensammlung sahen wir wieder eine gerade verblühte riesige Rafflesia keithii, ferner eine seltene ca. 2,5 m hohe Pflanze von Amorphophallus lambii
Im Eingangsbereich waren unter großen Bäumen einige Bodenorchideen sowie Epiphyten naturgetreu angepflanzt worden. Rechts und hinter einer Picknik-Anlage mit anschließendem kleinen Gebäude lag die eigentliche große Orchideen-Sammlung. Zahllose Orchideen befanden sich gerade in Blüte, ein Eldorado für den Orchideen-Liebhaber und Fotofreund. Einigen besonders seltenen und wertvollen Orchideen-Arten, wie z.B. Paphiopedilum philippinense, Paphiopedilum rothschildianum und Paraphalaenopsis labukense war zum Schutz der Pflanzen allgemein der Zugang durch einen hohen Gartenzaun verwehrt. Im hinteren Teil des Gartens hatte man unter großen Schatten spendenden Bäumen sehr ansprechend einen Wasserlauf bzw. Kanal mit 2 Brücken angelegt, der von verschiedenen horstartig an Bäumen wachsenden und auch blühenden Orchideen eingerahmt wurde. Daneben sahen wir auch unter einer Pergula eine große Sammlung weiterer herrlicher Orchideen. So blühten in dieser gesamten Anlage allein 41 uns bekannte Arten. 
 
Im südwestlichen Grenzbereich zu Sarawak und Kalimantan liegt das abgeschiedene 90 km² große Gebiet Ulu Padas mit dem bekannten Bergdorf Long Pasia, das an dem berühmten roten Fluß liegt, dem Zusammenfluß des Sungai Pasia und Sungai Matang und das Ziel unserer Exposition war. Von Tenom aus starteten wir mit unseren 2 Jeeps dorthin.
Coelogyne swaniana
Coelogyne swaniana

Eria pulchella
Eria pulchella
Plocoglottis acuminata
Plocoglottis acuminata
Bulbophyllum vinaceum  AMES & C. SCHWEINF., 1920
Bulbophyllum vinaceum
Phalaenopsis cornu-cervi
Phalaenopsis cornu-cervi
Eria pseudoleiophylla
Eria pseudoleiophylla
 
Nach ca. 20 km war die asphaltierte Straße zu Ende. Weiter ging es nun auf einer Holzfällerpiste teils auf trockener und teils auf den durch die Tropenholz abtransportierenden LKWs tief ausgefahrenen, schlammigen Fahrspuren, die ein PKW nicht hätte passieren können. In kurzer Zeit waren die Radkästen der Autos vollkommen durch die Schlammklumpen ausgefüllt und die Räder kaum mehr lenkbar. Hier waren die Jeeps zwar in ihrem Element, aber trotz Allradantriebs standen auch wir plötzlich sowohl vor einem tiefem Straßengraben als auch knapp vor einem tief eingegrabenen Flußbett eines unter der Piste durchfließendes Baches quer. Wir passierten dort auch einen in den Straßengraben gerutschten mit Baumstämmen beladener LKW, der selbst 2 Tage später immer noch nicht geborgen war.
Auf dieser Strecke stoppten wir auf einer Höhe von 1050-1150 m an zwei bekannten Orchideen-Standorte. Auf einer offenen Sumpfwiese fanden wir blühende 2 Orchideen-Arten und im Heide-Wald auf der anderen Seite 4 weitere Arten. Am späten Nachmittag hielten wir an einem Aussichtspunkt und hatten einen herrlichen Blick auf den Ort Long Pa Sia und den 1800 m hohen Bergen im Hintergrund. Im nahe gelegenen Taman Kerangas-Schutzgebiet auf einem Naturlehrpfad mit auf Tafeln beschriebenen Besonderheiten des hiesigen Heide-Waldes fanden wir 12 blühende Orchideen-Arten, darunter die für uns mit seinen großen ca. 30 m² feuchten Moosboden bedeckenden Blättern seltene Bulbophyllum virescens
 
Auf dem Rückweg nach Tenom fanden wir an einem anderen bekannten Standort nach Durchdringung des hohen Gebüschs am Straßenrand im Kerangas-Wald auf einer Lichtung noch 13 weitere uns aber nur teilweise bekannten Arten. Bei der Weiterfahrt standen wir plötzlich vor der aufgrund der letzten Regenfälle vom Padas-Fluß überfluteten Beton-Brücke. 2 Mann unserer Crew wateten erst durch das tiefe Wasser, um zu prüfen, ob die Brücke beschädigt ist und die Jeeps hier noch durchkommen. Daran konnte man ermessen, daß diese Excursion insgesamt nicht alltäglich war. Die abschließende weitere Fahrt über Tenom nach Kota Kinabalu verlief dann aber problemlos. 
 
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